· 

Wie funktionieren eigentlich Immobilien-ETFs?

Immobilien sind eine eigene Asset-Klasse, die bei einer diversifizierten Strategie nicht fehlen darf. In Immobilien kann man jedoch auf unterschiedlichste Weise investieren. Für passive ETF-Investoren bieten sich Immobilien ETFs an. Wie diese funktionieren, erkläre ich in diesem Artikel.

 

Welche Indizes werden abgebildet?

 

Wie alle ETFs bilden auch Immobilien-ETFs gewisse Indizes ab. Diese Indizes wiederum repräsentieren den Immobilienmarkt in einem gewissen Segment. Beispielsweise bildet der STOXX® EUROPE 600 Real Estate NR Index die Wertentwicklung der größten europäischen Aktienunternehmen des Immobiliensektors ab, während der Dow Jones Global Select Real Estate Securities Index die Wertentwicklung des weltweiten Immobilienmarktes repräsentiert.

 

Diese Abbildung erfolgt über sogenannte REITs und REOCs. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen beiden zu verstehen.

 

REITs und REOCs

 

Da ein ETF als Fonds über Wertpapiere einen Index widerspiegeln soll, muss geklärt werden, mit welchen Wertpapieren man den Immobilienmarkt überhaupt erfassen kann. Hier unterscheidet man REITs und REOCs.

 

REIT steht für Real Estate Investment Trust. Ein REIT repräsentiert also ein Immobilienportfolio, welches in Aktien verbrieft handelbar ist. Beispiele sind die alstria office REIT-AG oder die Tritax Big Box REIT Plc.

 

REOC steht für Real Estate Operating Company. Darunter versteht man eine Aktiengesellschaft, welche in Immobilien investiert und an der Börse notiert ist. Beispiele sind hier die Vonovia SE oder die die Deutsche Wohnen AG.

 

Der Unterschied zwischen REIT und REOC ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Es gibt funktionale und strategische Unterschiede. Grundsätzlich kann man sagen, dass REIT eher darauf ausgelegt sind, cashflow in Form von Dividenden zu generieren, d.h. Mieterträge aus buy and hold Immobilien erwirtschaften. REOC hingegen sind auch vermehrt in der Konstruktion von Immobilien oder dem sogenannten fix and flip Geschäft tätig und streben somit einen Kapitalgewinn an.

 

Wie funktioniert nun die Abbildung?

 

Jetzt haben wir verstanden, dass es sowohl Aktien an REIT und an REOC gibt, mithilfe derer ein Indizes des Immobilienmarktes widerspiegelt werden soll.

 

Die Abbildung des Indizes ist nun leicht zu verstehen. Der ETF enthält REIT- und/oder REOC-Aktien in einem gewissen Verhältnis.

 

So beinhaltet der iShares STOXX Europe 600 Real Estate UCITS ETF beispielsweise 27 REIT- und REOC-Aktien. Der ComStage STOXX ® Europe 600 Real Estate NR UCITS ETF hingegen beinhaltet ausschließlich 28 REOC-Aktien.

 

Selbstverständlich gibt es auch explizite REIT-ETFs. Dabei handelt es sich dann um einen Index, indem eben keine REOC-Aktien enthalten sind.

 

Fazit

 

Immobilien als Asset-Klasse gehören in jedes langfristige, diversifizierte Portfolio. Die Abbildung kann über zahlreiche unterschiedliche Varianten geschehen. Immobilien-ETFs eignen sich als Abbildungsmethode, da die Kosten wie bei allen ETFs sehr gering sind. Es empfiehlt sich jedoch, genau hinzuschauen und zu entscheiden, ob man nur REITs und/oder REOC haben möchte. Auch sollten gewisse Überschneidungen berücksichtigt werden. Die Vonovia SE ist zum Beispiel auch im MSCI World enthalten. Wie immer gilt: erst verstehen, dann investieren!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Karsten Klein (Sonntag, 17 Februar 2019 12:25)

    Super Beitrag und top Erklärung!