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Die 3 Goldenen Regeln des Sparens!

In den Medien und vor allem im Internet findet man immer wieder Aussagen wie "Ich würde ja gerne in Aktien/ETFs/Bildung investieren, aber dazu verdiene ich einfach zu wenig..." oder auch "Die Börse ist ein Ort für reiche Leute, um noch reicher zu werden." 

 

Ich vertrete die eher unpopuläre Meinung, dass absolut jede und jeder genug Geld zum Investieren hat. Anders als früher kann man heute schon mit minimalen Beträgen an der Börse agieren. Beispielsweise kann man einen ETF Sparplan bereits ab 25 Euro quartalsweise besparen  und 8,34 Euro pro Monat kann jeder aufbringen! Oben gelesene Aussagen sind also schlichtweg falsch und eine Verleumdung der eigenen Verantwortung. 

 

Um dir zu zeigen, wie du möglichst effektiv Geld sparen kannst, um es danach effizient zu nutzen, sind hier meine drei goldenen Regeln des Sparens!

 

Regel Nr. 1:  Bezahl dich selbst zuerst

 

Die Regel Nummer 1 stammt aus dem Buch «Der Reichste Mann von Babylon» von George S. Clason. Sie besagt, dass du direkt am Anfang des Monats, bzw. nach Eingang deines Einkommens, einen Teil davon zur Seite legst und dich quasi "selbst bezahlst". 

  

Was machen die allermeisten Leute, sobald sie ihr Gehalt bekommen? Sie bezahlen die Miete, die Nebenkosten, die Versicherung, die Handy- und Internetrechnung, die GEZ Gebühren und alles, was sich sonst so in den letzten Tagen und Wochen an Rechnungen angesammelt hat. Den Rest des Geldes verwenden sie dann, um sich Konsumgüter und Freizeitaktivitäten zu kaufen. Erst falls am Ende des Monats noch etwas übrig bleibt, legen es die Leute zur Seite. Wenn überhaupt!

 

Das bedeutet aber nichts anderes, als dass wir alle anderen Menschen vor uns bezahlen: den Vermieter, die Versicherung, den Mobilfunkbetreiber und so weiter  sie alle werden von uns bevorzugt! George S. Clason wollte uns dazu anhalten, ein Mindset zu entwickeln, in dem wir uns selbst und unsere finanzielle Zukunft mehr wertschätzen!

 

Das bedeutet in der Praxis, dass du ganz am Anfang des Monats, sobald dein Gehalt auf dem Konto erscheint, einen fixen Betrag zur Seite legst. Das können beispielsweise 5% oder 10% deines Einkommens sein.

Möglicherweise hört sich das jetzt nach viel an und du denkst, dass deine Einkünfte zu gering sind, um jeden Monat 10% zu sparen. Die Erfahrung von sehr vielen Personen zeigt allerdings, dass eigentlich jeder 10% seines Einkommens sparen kann. Der Trick dabei ist, dass wir unsere Konsumausgaben ganz von alleine verringern, wenn wir das Geld direkt am Anfang des Monats zur Seite legen. Wir spüren dadurch also gar nicht so viel von unserem Konsumverlust!

 

Sobald du das mal drei Monate gemacht hast, wirst du merken, wie leicht es tatsächlich ist, jeden Monat 10% deines Geldes zu sparen. Übrigens: wenn du mehr als 10% schaffst, ist das natürlich toll  allerdings bin ich persönlich der Meinung, dass man sich selbst auch nicht zu stark einschränken sollte. Wie immer gilt es auch hier, die goldene Mitte zu finden!

 

Regel Nr. 2:  Überdenke dein Konsumverhalten

 

Das Gute an Regel Nummer 1 ist, dass sie dich automatisch zu Regel Nummer 2 leiten wird. Sobald du nämlich anfängst, dein Geld bereits am Anfang des Monats einzuteilen und zu sparen, wirst du auch über dein Konsumverhalten nachdenken. Es gibt ja tatsächlich Menschen, die einfach so lange konsumieren, wie sie Geld in der Tasche haben. Das ist nicht nur schlecht für deinen Geldbeutel, sondern auch für deine persönliche Zufriedenheit - denn zuviel Konsum kann dich von wichtigeren Dingen ablenken!

 

Überprüfe und überdenke also dein Konsumverhalten. Stell dir dabei insbesondere folgende Fragen:

  • Wie viel Geld gibst du eigentlich jeden Monat für welche Dinge aus? 
  • Welchen Nutzen bringen dir alle diese Dinge?
  • Gibt es günstigere Alternativen, die dir den gleichen Nutzen stiften?
  • Ist der Nutzen von Dauer oder handelt es sich eher um kurzweilige Konsumgüter und Rauschmittel?
  • Sind manche Dinge, die du konsumierst, vielleicht sogar schädlich für dein körperliches oder psychisches Wohlergehen? Warum gibst du dann Geld dafür aus?
  • Welche Konsumentscheidungen triffst du wirklich selber und welche werden dir von der Werbung, der Gesellschaft oder deinem Umfeld aufgezwungen?

Es geht dabei nicht darum, dass du nichts mehr konsumierst und wie ein Mönch im Kloster lebst. Es geht vielmehr darum, dass du dir angewöhnst, deine eigenen Handlungen zu reflektieren und zu überdenken.

 

Ein kleines Beispiel dazu: Ich persönlich trinke ziemlich viel Kaffee  jeden Tag mindestens drei Tassen. Bis vor kurzem habe ich jeden Wochentag im Büro oder in der Hochschule einen Kaffee gekauft. Im Durchschnitt kostet so ein Kaffee 80 Cent. Eines Tages ist mir aufgefallen, wie unglaublich teuer das eigentlich ist! Ein eigens zubereiteter Kaffee kostet mich nur ca. 5 Cent pro Tasse! Also habe ich mir einen Thermobecher gekauft und bereite meinen Kaffee nun immer zuhause zu. Der schmeckt erstens besser und zweitens spare ich somit ca. 184 Euro pro Jahr (unter der Annahme, dass ich während 46 Wochen jeden Wochentag einen Kaffee zum durchschnittlichen Preis von 80 Cent kaufe). Wenn ich diese 184 Euro jährlich zu einem Zins von 6% anlege, erhalte ich nach 20 Jahren mehr als 7.100 Euro zurück  ein guter Lohn für eine kurze Reflexion meines Kaffeekonsums!

 

Übrigens: diese Art, heutige Preise als Endwert einer potenziellen Alternativinvestition zu verstehen, ist auch enorm hilfreich, um die eigenen Konsumentscheidungen zu überdenken!

 

Regel Nr. 3:  Automatisiere dein Sparverhalten

 

Die letzte Regel lautet: automatisiere dein Sparverhalten! Damit meine ich zwei Dinge: einerseits solltest du dir verschiedene Bankkonten für unterschiedliche Zwecke einrichten, andererseits solltest du den Zahlungsfluss zwischen diesen Konten mit Daueraufträgen automatisieren.

 

Als erstes solltest du dir diese vier Konten einrichten:

  • Alltagskonto: Das ist das Konto, auf das dein Gehalt und deine sonstigen Einkünfte eingehen. Das Alltagskonto verwendest du, um alle deine täglichen Einkäufe zu tätigen, die Miete zu bezahlen und als Abrechnungskonto für deine Versicherungen, Mobilfunkverträge, Spotify, Netflix usw.
  • Spaßkonto: Auf diesem Konto sammelst du Geld, das du später ohne Bedenken für Urlaub, längere Reisen, teurere Freizeitaktivitäten, Konzerte usw. ausgeben kannst. Das ist wichtig, weil du dich für dein Sparverhalten und deine Konsumeinschränkungen unbedingt auch belohnen solltest!
  • Sicherheitskonto: Das Sicherheitskonto ist deine persönliche Rücklage für schlechte Zeiten oder unerwartete materielle Schäden. Du solltest dieses Konto so lange besparen, bis es mindestens 2-3 mal den Betrag deines monatlichen Einkommens ausmacht. 
  • Investmentkonto: Auf dem Investmentkonto sammelst du Geld für alle Investitionen, die du in Zukunft tätigen möchtest. Es ist auch als Referenzkonto für dein Wertpapierdepot angegeben.

Was bringt diese Aufteilung? Nun  es ermöglicht dir, deine alltäglichen Finanzen nicht durcheinander zu bringen. Viele Menschen, die nur ein oder zwei Bankkonten besitzen, haben überhaupt keinen Überblick über ihre aktuelle Finanzlage und ihre monatlichen Ausgaben. Das einfache Konzept der oben genannten vier Konten erspart dir weitestgehend die zeitraubende Führung eines Haushaltsbuches.

 

Diese vier Bankkonten müssen übrigens nicht bei vier unterschiedlichen Banken sein. Ich persönlich habe mein Alltags-Konto bei der ING DiBa, wo ich als kostenloses Unterkonto auch mein Spaß- und Sicherheitskonto führe. Mein Investmentkonto habe ich bei der comdirect, wo ich aktuell auch mein Wertpapierdepot führe. Es gibt aber auch Leute, die lieber alle Konten komplett getrennt bei vier Banken führen.

 

Sobald du die vier Konten eingerichtet hast, solltest du dir einige Daueraufträge erstellen, mithilfe derer jeden Monat automatisch ein von dir gewählter Betrag an dein Spaß-, Sicherheits-, und Investmentkonto übertragen wird. Idealerweise wählst du als Ausführungszeitpunkt direkt den Tag, nachdem dein Gehalt/Einkommen gut geschrieben wird. Wie bereits erwähnt, musst du das Sicherheitskonto nur so lange besparen, bis es die gewünschte Mindestgröße erreicht hat. 

 

Wenn du diese beiden Schritte erfolgreich absolviert hast, sparst du ab jetzt vollkommen automatisiert und koordiniert jeden Monat gewisse Beträge für unterschiedliche Zwecke  ohne dass du dir jeden Monat den Kopf über deine Ausgaben zerbrechen musst!

 

Kreislauf des Sparens

 

Wenn du diese drei Goldenen Regeln des Sparens befolgst, dann wirst du innerhalb kurzer Zeit einen positiven Kreislauf errichten, der es dir ermöglicht, das Beste aus deinem Geld zu machen! Zugleich wirst du merken, wie sich deine Einstellung zu Geld und dein Verständnis von Konsum weiterentwickeln. Anstatt als Opfer der Konsumindustrie durch die Welt zu wandeln, kannst du die Kontrolle über dein Geld und deine Wünsche übernehmen!

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